KENWO - Ausgangslage
Ganzheitliche Energiekonzepte zur Bewirtschaftung einzelner Gebäude oder gar ganzer Liegenschaften sind in der Praxis selten anzutreffen. Meistens werden sie im Rahmen von Forschungsvorhaben entwickelt und haben daher den Ruf, in ihrer Umsetzung aufwendig und in ihrer Nachhaltigkeit auf die Dauer des Forschungsvorhabens beschränkt zu sein.
Dass dies nicht so sein muss, zeigen Projekte erfolgreichen Energiecontractings (etwa an der Universität Stuttgart) und Ansätze, die auf Initiativen modernisierungswilliger Bauherrn aufsetzen und deren Intensionen im Hinblick auf effizienten Umgang mit Energie aufnehmen und verstärken (etwa im Rahmen der Projekte EnSan http://www.ensan.de/ oder SolarBau http://www.solarbau.de/ ).
Dass sich diese Ansätze bisher nicht so breit durchgesetzt haben, wie es ihrem Erfolgspotential entspricht, hat eine Reihe von Gründen. Aus unseren Erfahrungen sind die schwerwiegendsten Gründe für eine Ablehnung
- zu hohe Kosten,
- zu hoher Aufwand und
- zu geringe Erfolgsaussichten.
Vor diesem Hintergrund sehen wir als wichtige Elemente der Verstärkung:
- Weitere Initiativen zum Start einer Entwicklung etwa durch F+E Programme des Bundes und der Länder,
- Demonstration Erfolg versprechender Ansätze, wie sie in den EnSan Demonstrationsvorhaben erfolgen,
- Reduktion der Kosten zur Identifikation, Durchführung und Überwachung Erfolg versprechender Maßnahmen,
- Standardisierung von Maßnahmenpaketen.
Im BMWA Projekt BEWAHREN wurden wichtige Grundlagen für die Arbeiten zu den 4 Phasen gelegt. Mit dem Visual Energy Center (VEC) des BEWAHREN Partners ennovatis wurde dazu ein Software Produkt geschaffen, das die nötigen theoretischen Arbeiten (Modellierung der Gebäude und ihrer technischen Anlagen, Erfassung und Auswertung von Verbrauchsdaten und Vergleiche zwischen gerechneten und gemessenen Verbräuchen) in allen vier Phasen unterstützt.
Im BMBF Projekt WIMA ist es gelungen, Grundlagen für den Einsatz der Methoden zur Grob- und Feinanalyse - vor allem bei Wohngebäuden - zu entwickeln und so aufzubereiten, dass diese Analysen sowohl von Ingenieurbüros als auch größeren Handwerksbetrieben durchgeführt werden können. Als wichtige Konsequenz hat das auf der Basis des VEC entwickelte Programm EnergieSparCheck in Baden Württemberg eine sehr große Verbreitung gefunden, so dass die damit durchgeführten Analysen die Grundlage von ca. 5000 Renovierungsprojekten pro Jahr bilden.
Verstärkt wird VEC auch zur Analyse und Messdatenauswertung in EnSan (3 Literhaus Projekt der GBG-Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft) und ENOB (Projekt EVA der TU Braunschweig) eingesetzt. Im BMWA Projekt REDUCE - Retrofitting of Educational Buildings (IEA ECBCS Annex 36) wurde mit dem Energy Concept Adviser (ECA) ein Weg aufgezeigt, wie die Erstellung von Energiekonzepten für Schulen formalisiert werden kann. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, welch wichtige Rolle die Betriebsoptimierung spielt und dass diese als kontinuierlicher Prozess anzusehen ist Die dort gemeinsam mit dem Fraunhofer IBP gemachten Erfahrungen können auch in diesem Projekt genutzt werden.